Lucy Connolly: 31 Monate Haft für einen Tweet

Am Tag des Messerangriffs von Southport (29.07.2024) postete die britische Kinderbetreuerin Lucy Connolly auf X: „Mass deportation now, set fire to all the hotels …". Dafür verurteilte sie ein Gericht zu 31 Monaten Haft. Ihr Rechtsmittel wurde im Mai 2025 verworfen. Der Fall wurde zum weltweiten Symbol für die Frage: Wie viel Sanktionierung verträgt ein Satz?

Land Großbritannien Thema Online Safety Act / Racial hatred Status Rechtskräftig, Berufung verworfen

Kurzfassung

Lucy Connolly, 41, Kinderbetreuerin aus Northampton, postete am Abend des Southport-Angriffs einen Tweet, der Asylunterkünfte niederbrennen forderte („set fire to the hotels”). Sie gestand, „Racial hatred” erregt zu haben (Public Order Act 1986, Part 3A). Das Crown Court verhängte am 17. Oktober 2024 31 Monate. Der Court of Appeal bestätigte im Mai 2025. Die Berufung wurde verworfen. Sie kam nach rund 14 Monaten (Anrechnung) frei — die Debatte über Verhältnismäßigkeit bleibt.

Belege

Lügen ausräumen

Falsch: „Ein Tweet = 31 Monate, das ist Zensur.” — Der Tweet forderte, Asylunterkünfte in Brand zu stecken; das Gericht sah eine konkrete Gefährdung im Klima der Southport-Unruhen (nicht nur eine Meinungsäußerung). ABER: Die Strafzumessung ist umstritten — das Court of Appeal hielt sie für rechtmäßig, aber Kritiker:innen vergleichen mit fast straffreien Gewaltdelikten. Beides ist der Beleg, nicht eines von beidem.

Falsch: „Sie saß nur wegen eines Tweets.” — Sie gestand die Anstiftung zur Rassenhetze; die Beiträge standen im Kontext der Southport-Unruhen, bei denen Asylunterkünfte real angegriffen wurden. Ein Beispiel für die Zeile, die in Brasilien, Deutschland, Großbritannien und anderswo gezogen wird — und wo genau sie gezogen wird, ist die eigentliche Debatte.

Offene Fragen

Quellen

  1. CPS-Pressemitteilung
  2. BBC-Analyse
  3. US-Kongress-Hearing