Big Media: Wenige Konzerne, fast alle Medien
1983 besaßen 50 Konzerne 90 % der US-Medien. Heute sind es – je nach Zählweise – 5 bis 6 Konglomerate: Comcast, Disney, Paramount, Warner Bros. Discovery, Fox, Sony/AT&T-Nachfolger. Wie viel Konzentration ist zu viel — und was sagt die Faktenlage über die These „Regierung wird von Konzernen gelenkt"?
Kurzfassung
Die US-Medienlandschaft hat sich von 50 Unternehmen (1983, Ben Bagdikians „Media Monopoly”) zu 5–6 Konglomeraten verdichtet. Comcast (NBCUniversal), Disney (ABC, ESPN, Fox News-Schwester-Divisionen), Paramount (CBS), Warner Bros. Discovery (CNN), Fox Corporation (Fox News) und – je nach Jahr – Sony-Legacys kontrollieren Sendernetze, Streaming, Kino und weite Teile des Internets. Die Konzentration ist ein dokumentierter Befund (FCC-Daten, Konzernberichte), der politische Schluss daraus — „also ist alles Nachrichtige gesteuert” — ist ein Non sequitur. Die Konzentration begünstigt strukturell, dass weniger Menschen über mehr Themen entscheiden; sie beweist keine Koordination von oben. Wer beides trennt, hat ein starkes Argument; wer es vermengt, verschenkt es.
Lügen ausräumen
Falsch: „Alles ist von oben gesteuert.” — Konzentration ist ein Strukturproblem. Direkte Steuerung müsste man Fall für Fall belegen (z. B. über die Drehtür-Dossiers). Behaupten ohne Beleg = Verschwörungstheorie.
Falsch auch: „Konzentration ist egal, der Markt regelt das.” — 5–6 Anbieter über 90 % ist kein funktionierender Markt. Die Frage ist nicht ob, sondern wie viel Konzentration die Demokratie aushält.
Quellen
- Ben Bagdikian, „The Media Monopoly” (1983; spätere Auflagen)
- FCC Ownership Data (jährlich)
- Vergleich: Revolving-Door-Dossier