Bücherverbote: 10.046 Fälle in einem Schuljahr
PEN America zählte im Schuljahr 2023/24 **10.046** einzelne Fälle von Bücherverboten in US-Schulen — 4.231 einzelne Titel. 2021 bis heute: fast 34.000. Was ein „Verbot" ist, wie es entsteht — und was die Debatte darüber verrät.
Kurzfassung
PEN America dokumentiert seit 2021 systematisch Bücherverbote in öffentlichen Schulen („Banned in the USA”-Reihe). Im Schuljahr 2023/24: 10.046 Fälle, 4.231 Titel — betroffen sind überproportional Bücher mit LGBTQ+-, Rassismus- und Rassen- und LGBTQ+-Themen. Es gibt zwei Formen: formelle Entfernung aus Bibliotheken und Lehrplänen (durch Schulausschüsse) und informelle „soft removals” (Lehrkräfte entfernen Bücher präventiv aus Angst vor Beschwerden).
Lügen ausräumen
Falsch: „Es sind nur ein paar empörte Eltern.” — PEN dokumentiert, dass die Verbote zu einem großen Teil durch organisierte Kampagnen getragen werden, die Booklists und Vorlagen bereitstellen; die Zahl der Beschwerden konzentriert sich auf wenige Distrikte.
Falsch auch: „Es werden nur pädagogisch fragwürdige Bücher verboten.” — Die am häufigsten verbotenen Titel sind mehrheitlich literarisch anerkannte Werke mit Rassen- und LGBTQ+-Bezug. „Fragwürdig” ist eine politische Kategorie, keine literarische.
Offene Fragen
- Wie hoch ist der Anteil „weicher” Verbote („soft removals”)? PEN kann nur das zählen, was dokumentiert ist.
- Wie viele Schuldistrikte verbieten proaktiv ganze Kategorien (z. B. „sexual explicit”)?