FISA 702: 278.000 rechtswidrige FBI-Suchen — und trotzdem verlängert

Section 702 des FISA erlaubt die Überwachung von Ausländern im Ausland — aber American communications werden mitgesammelt. Das FBI suchte 2020/2021 allein 278.000-mal unrechtmäßig in Daten von Amerikanern. Der Kongress verlängerte das Programm trotzdem — bis April 2026.

Gesetz RISAA, Pub. L. 118-49 Sunset 20. April 2026

Wie es funktioniert

Section 702 erlaubt der NSA, Telekommunikationsanbieter zu verpflichten, die Kommunikation von Zielpersonen im Ausland abzufangen — ohne Einzelrichter. Kollateral: Die Kommunikation von Amerikanern, die mit diesen Zielpersonen Kontakt haben, wird ebenfalls erfasst und in Datenbanken durchsuchbar. Das FBI darf diese „ inadvertent” erfassten Amerikaner-Daten für eigene Ermittlungen durchsuchen.

Die Zahlen

Lügen ausräumen

Falsch: „FISA 702 überwacht nur Ausländer.” — Das ist der Wortlaut; die Praxis sammelt Amerikaner-Kommunikation mit. Die 278.000 FBI-Suchen betrafen US-Personen-Daten. Das Programm heißt im Volksmund „backdoor search”.

Falsch auch: „Die Fehler waren nur Einzelfälle.” — 278.000 Suchen über zwei Jahre sind kein Einzelfall. Das FISC selbst sprach von „widespread violations”.

Quellen

  1. Congress.gov, CRS Report R48592: FISA Section 702 und RISAA
  2. Lawfare: „FISA Court’s Section 702 Opinion and Memo, Explained”
  3. Brennan Center: FISA 702 Resource Page