„The CIA and the Media”: Carl Bernstein, 400 Journalisten, ein Skandal
1977 veröffentlichte Carl Bernstein (Watergate) in der Rolling Stone eine Recherche, die belegte: Mindestens 400 amerikanische Journalisten arbeiteten im Kalten Krieg im Auftrag der CIA — von ABC über die New York Times bis zur CBS News. Operation „Mockingbird" ist als Name eine Legende; die Zusammenarbeit selbst ist dokumentiert.
Kurzfassung
Bernsteins Artikel „The CIA and the Media” (Rolling Stone, 20. Oktober 1977) beruht auf CIA-Dokumenten, Aussagen von Offiziellen und den Erinnerungen von Redakteuren: Mindestens 400 Journalisten arbeiteten zwischen den 1950ern und 1970ern als CIA-Kontakte, Chefredakteure, „Kurier”-Plattformen. Die Zusammenarbeit reichte vom Kurieren von Propaganda bis zur Platzierung von Stories; die meisten Redaktionen wussten nichts davon. 1976/77 hörte die Kooperation auf. Die Church-Kommission (1975/76) hatte die Grundlagen offengelegt; 1977 sagte CIA-Direktor Stansfield Turner vor dem Kongress, die Agency werde die Zusammenarbeit mit Journalisten aufgeben. „Mockingbird” als Operationsname taucht in den Dokumenten nicht auf — der Name stammt aus späteren, teils spekulativen Darstellungen. Die Fakten sind dokumentiert, nicht die Legende.
Lügen ausräumen
Falsch: „Die CIA kontrolliert die Medien bis heute.” — Bernstein dokumentierte die Kooperation für die Zeit bis 1977. Der Kongress stoppte sie, und Turner sagte 1977 das Ende zu. Alles darüber hinaus („heute”, „jede Redaktion”) ist Behauptung, nicht Beleg. Wer das behauptet, sollte Belege bringen — und wer sie nicht hat, sollte schweigen.
Falsch auch: „Das ist eine Verschwörungstheorie.” — Nein. Bernstein ist der Watergate-Recherche-Journalist; die Grundlagen sind die Church-Kommission und CIA-Dokumente. Das Gegenteil ist der Fall: Wer die dokumentierte Geschichte leugnet, macht sich selbst unglaubwürdig.
Quellen
- Carl Bernstein: „The CIA and the Media”, Rolling Stone, 20.10.1977
- House Oversight Hearing, 27.12.1977 (PDF)
- Church Committee, Book IV (1976): „Covert Action” — CIA-Medienbeziehungen