TikTok v. Garland: Das erste Plattform-Verbot der USA

Am 17. Januar 2025 bestätigte der Supreme Court einstimmig das „Divest-or-Ban"-Gesetz: ByteDance muss TikTok verkaufen — oder die App wird in den USA verboten. Der erste Fall, in dem die USA eine Kommunikationsplattform wegen ihrer Herkunft verbot.

Fall 24-656 (2025), per curiam Ergebnis Einstimmig: Gesetz verfassungsgemäß

Kurzfassung

Der Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act (April 2024) verpflichtet ByteDance, TikTok an amerikanische Eigentümer zu verkaufen. ByteDance und TikTok klagten: Das Gesetz verstoße gegen den First Amendment (170 Mio. US-Nutzer). Der Supreme Court entschied am 17.01.2025 per curiam (unsigniert, einstimmig in der Sache): Das Gesetz diene dem legitimen Ziel der nationalen Sicherheit (Datenschutz vor China-Zugriff), und die Daten, die TikTok sammelt, seien „not speech” — der First Amendment stehe dem Verbot nicht entgegen.

Lügen ausräumen

Falsch: „Die USA haben TikTok verboten, weil es Meinungen unterdrückt.” — Das Gericht sah einen anderen Grund: Datenkontrolle und Propaganda-Potenzial durch ByteDance/China. Das Urteil ist kein „Zensur”-Urteil im klassischen Sinn, sondern ein National Security-Urteil. Man kann es kritisieren — aber mit den richtigen Argumenten.

Auch falsch: „Das Urteil ist ein Sieg für die Meinungsfreiheit.” — Ein Verbot einer Plattform mit 170 Mio. Nutzern ist nie ein Sieg für die Meinungsäußerungsfreiheit der Nutzer. Es ist ein Abwägungs-Urteil, das die Abwägung der Nationale Sicherheit über die Ausübung der Meinungsfroscheng stellt.

Quellen

  1. Supreme Court, Urteil (PDF)
  2. Constitution Center: „Supreme Court allows TikTok ban to go into effect”
  3. First Amendment Encyclopedia: TikTok v. Garland